Die Geologie des Großraum Karibib
Das Gebiet um Karibib begann schon vor 2 Millarden
Jahren, als hier ein Hochgebiet bestand, welches heute als
Abbabis-Komplex bezeichnet wird. Das Gebiet war
Teil des Kongo-Kratons, eines Festlandssockels im Ur-Meer,
der zu einem Grundbaustein des heutigen afrikanischen
Kontinents wurde. Der Abbabis-Komplex blieb für
Jahrmillionen stabil. Dies setzte sich solange fort, bis
sich vor ca. 900 Millionen Jahren mit dem Einsetzen des
sogenannten Damara-Zeitalters das
Abbabis-Hochgebiet großräumig absenkte.
Die fortwährende Erosion und Abtragung sorgte dafür,
daß große Mengen Gesteinsmaterial aus dem
Abbabis-Komplex in die umliegenden Senken transportiert
und dort als Sediment abgelagert wurden. Zusätzlich brach
durch gewaltige tektonische Vorgänge die Erdkruste auf
und das Meer drang in den entstandenen Graben ein. In
diesem langgestreckten Meeresarm lagerten sich in den
folgenden Millionen von Jahren Sedimente ab, die
heute noch hoch aufragende Damara-Gebirgsformationen
aufbauen. Das abgesenkte, ehemalige Abbabis-Hochgebiet
wurde von dem einbrechenden Meeresarm aus überflutet. In
diesen Flachmeerbereichen (Schelf-Gebiete) bildeten sich mächtige
Ablagerungen von Karbonat, welche später zu Kalkstein
verfestigt wurden und schliesslich in der folgenden
Damara-Gebirgsbildung durch hohe Temperatur- und
Druckbedingungen zu Marmor der sogenannten Karibib-Formation
umgewandelt wurden, der heute z.B. in den Marmorwerken
Karibib verarbeitet wird.
Diese Gebirgsbildung
wurde durch plattentektonische Vorgänge verursacht, in
deren Verlauf der Kongo-Festlandsockel (Kraton) mit dem südlich
gelegenen Kalahari-Kraton kollidierte. Im Zuge dieser
Kollisionsbewegung schlossen sich die gebildeten
Meeresarme wieder und die darin abgelagerten Sedimente türmten
sich zu dem mächtigen Damara-Faltengebirge auf. Durch
Auflastdruck verfestigten sich die Geröllmassen und die
aufliegenden Sedimente der Meeressande zu Sandstein, während
diese Gesteine dann im Zuge der Damara-Gebirgsbildung zu
Quarzit umgewandelt wurden. Die Karbonat-Plattformen der
Schelfmeere hingegen wandelten sich zu heute mitunter
wertvollem Marmor. Interessant ist, daß neben Quarzit bzw.
quarzitischen Konglomeraten auch Schiefer vorkommt. Diese Schiefer werden als Biotit-Glimmerschiefer bezeichnet und
stellen das Ablagerungsprodukt der tieferen, küstenferneren
Bereiche des einstigen Meeresarms dar, wo sich keine
Sande, sondern vor allem feine, tonhaltige Sedimente
bildeten. Auch diese Sedimente wurden von der
Gebirgsauffaltung erfasst und durch hohe Drucke und
Temperaturen zu Glimmerschiefer metamorphisiert, wobei der
schwarz-braune, eisenhaltige Biotit als Glimmer-Art
namensgebend ist.

(entnommen aus: © TU
München, Germany)
In dem letzten Stadium der Damara-Gebirgsbildung drangen
Magma-Blasen (Plutone) in mehreren Kilometern Tiefe
in das neugebildete Gebirge ein und erstarrten unterirdisch
zu Granit-Gesteinen. Ausgehend von den
Plutonen breiteten sich zusätzlich Gase und Gesteinsschmelzen
in Form von Gängen in den umgebenden Formationen aus und
erstarrten zu sogenannten Pegmatiten, aus
denen später Industrieminerale (z.B. Glimmer, Lepidolit) und wertvolle
Halbedelsteine gefördert wurden. Durch die nun
einsetzende und Jahrmillionen andauernde Erosion wurde das
Damara-Gebirge stellenweise bis auf die Basis abgetragen,
so daß der emporgehobene, uralte Abbabis-Komplex und die
Granit-Körper ans Tageslicht traten und nun als eine
malerische Felslandschaft zu besichtigen sind.
Der in der Sonne blendend weiße Marmor der Karibib-Formation
stellt nicht nur ein sehenswertes Ausgangsprodukt für die
Natursteinindustrie dar, sondern kann auch eine
geologisch sehr interessante Geschichte erzählen. Nach Überflutung
weiter Teile des abgesunkenen Abbabis-Hochgebiets bildeten
sich auf dessen Randzonen Flachmeerbereiche (Schelfmeere)
aus. Hier kam es zum Absetzen großer Mengen von
Kalkschlämmen, bestehend aus feinverteiltem Calcit.
Diese Sedimentation fand unter so gleichbleibend günstigen
Bedingungen statt, daß sich daraus später durch
Auflastdruck der immer mächtiger werdenden
Schichten ein äußerst reiner Kalkstein bildete.
Dieser Kalkstein wurde dann von der Damara-Gebirgsbildung
erfaßt und in den schneeweißen Marmor umgewandelt, der für
die gesamte Region Karibib wirtschaftlich von höchstem Interesse ist. Der ebenfalls vorhandene graue Marmor zeugt
dagegen von einem Wechsel der Ablagerungsbedingungen in
den Schelfmeeren. Es gelangten größere Mengen Sand in
die Kalkschlämme, wobei diese Verunreinigung für die
Farbveränderung verantwortlich ist. Es ist daher nicht
verwunderlich, daß die grauen Marmor am Kontakt zu den
Quarzitgesteinen zu finden sind.
Im Endstadium der Damara-Gebirgsbildung zwischen ca.
580 und 490 Millionen Jahren drangen viele Granitkörper (Granit-Plutone)
aus dem tiefen Erdinneren in die auflagernden
Gesteinsschichten ein. Heute sind diese als zahlreiche
Granit-Kuppen in der Landschaft zu finden. Oftmals
haben diese Kuppen eine sehr mürbe Oberflächenstruktur,
die durch regelmäßige Durchfeuchtung mit Nebel und
einhergehender Erosion durch mitunter extreme
Temperaturschwankungen hervorgerufen wird.
Die sogenannten Pegmatite sind Produkte der späten Abkühlungsphase
der Granit-Plutone. Bei Temperaturen zwischen 400 und 700
Grad Celsius stellen sie Gesteinsschmelzen in einem ungewöhnlichen
gas-flüssigem-Zustand dar, das in das umgebende Gestein
gepresst wird. Aufgrund des hohen Drucks und der hohen
Mobilität dringen diese Schmelzen auch in kleinste Risse
des bereits erstarrten Granits bzw. des umgebenden
Nebengesteins ein. Da die normalen chemischen Elemente
im Granit bereits erstarrt sind, enthalten die Pegmatite
oft seltene Elemente. Nach Abkühlung der Schmelze finden
sich in den Pegmatiten deshalb häufig ungewöhnliche Erze
(z.B. Cäsium-, Beryllium- und Lithium-Erz) und
Edelsteine (z.B. Turmalin, Aquamarin, etc). Da es sich um
kleinere geologische Körper mit relativ hoher
Anreicherung an abbauwürdigem Material handelt, sind
Pegmatite richtungsweisend für den Abbau von Edelsteinen und den
weit verbreiteten Schürfaktivitäten im Gebiet Karibib.
(entnommen aus: © Nicole Grünert. Geo-touristische
Untersuchung der Etusis-Lodge)
The Geology of the Karibib area
The Mile 72 locality is at the margin of a continental
rift generated +/- 540mybp when what is now South America
migrated from the supercontinent. During this episode
there developed a massive trench with associated turbidite
sequences. In conjunction with this sedimentation, the
Damara Orogeny was progressing which resulted in
high-grade metamorphism within the sediments driven by the
emplacement of the granitic Salem pluton. This
metamorphism produced a series of chemically simplistic
metamorphic pegmatites in the Mile 72 area. These
pegmatites are generally sill-like but lack a source,
indicating metamorphic rather than primary igneous
origins. The pegmatites are coarsely crystalline and
generally consists of feldspar, quartz and schorl with
minor apatites, lepidolite, & muscovite micas.
Approximately 100mybp the Cape Cross-volcanic event and
penecontemporaneous emplacement of the Uis tin tantalite
pegmatites occurred. These late stage Uis pegmatites
extend to Mile 72 and it is now presumed that the
jeremejevite was a remobilization crystal product
resulting from the intersection of an existing Damara age
metamorphic pegmatite, and one of the Cretaceous age Uis
pegmatites.
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